Schulalltag in Zeiten von Corona (Artikel aus dem Nuthetaler Gemeindekurier Ausgabe Juli 2020)

Die Coronapandemie war und bleibt eine Herausforderung historischen Ausmaßes und verlangt von den Menschen, dem Staat und der Gesellschaft vieles ab. Umdenken, Kompromissbereitschaft, Zurückhaltung und Vorsicht waren die Gebote der Stunde und haben gerade auch im Bildungsbereich viel von Erziehern, Lehrern und den Verantwortlichen abverlangt. Das gewohnte Unterrichten und die Organisation des Schulalltages mussten umgestaltet werden. Home- Schooling, Videokonferenzen, die Nutzung neuer Medien und die Anpassung des Schulalltages im Sinne der Hygienevorgaben galt es zu bewältigen. Die Schulleitung der Grundschule in Bergholz- Rehbrücke bietet in dieser besonderen Zeit ein sehr positives Beispiel für die gelungene Bewältigung der neuen Herausforderungen, da Lösungen zeitnah herbeigeführt und sinnvolle Konzepte entwickelt werden konnten.

Dass es manchmal aber nur mit vereinten Kräfte geht, zeigt sich am Beispiel der guten Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Gemeinde. Am 18.05. startete der Schulbetrieb in angepasster Form wieder für alle Klassen. Die Nutzung des Hortgebäudes, in dem auch Schulklassen ihre Unterrichtsräume haben, gestaltete sich als Krux. Um Kontakte zwischen den Schülern und den Kindern aus der Notbetreuung sowie den Nachmittags- Hortkindern zu vermeiden und so die Ansteckungsgefahr zu verringern, mussten für jene Klassen andere Räumlichkeiten gefunden werden. Eine 2. Klasse fand Obdach im Seminarraum der neuen Turnhalle, eine 4. Klasse ging in den Teilungsraum des Hauptgebäudes und die Klasse 6b durfte nach 50 Jahren die erste Schulklasse sein, die im Mehrgenerationenhaus, dem alten Schulgebäude von Bergholz- Rehbrücke unterrichtet wurde.

Noch ein 50- jähriges Jubiläum – wurde doch 1970 der Schulbetrieb im alten Backsteingebäude nach dem Bau des neuen Schulhauses eingestellt – nachdem letztes Jahr im Herbst erst die Einweihung des Selbigen vor 50 Jahren mit einer Festwoche feierlich begangen wurde. Und unterrichten lässt es sich hier hervorragend, ausgestattet mit Beamer, Soundanlage, Wifi und Flipchart konnte man viele Medien nutzen. Der Raum bot viel Platz, sodass man die Tische mit dem notwendigen Abstand stellen konnte, Desinfektionsmittel standen zur Verfügung und ein Gefrierfach rettete das Anschlusseis vor dem Auftauen. Auch die Außenanlage mit einer Sonnenterrasse, Wiese und Tischtennisplatte ermöglichten den Kindern in der „Hofpause“ Abwechslung. So konnte man auch mal etwas lauter abseits der anderen Klassen sein und war sehr gut in der Lage, auf die Hygienebestimmungen und Abstandsregeln zu achten.

Die Mitarbeiter des Mehrgenerationenhauses waren in dieser Zeit eine große Unterstützung und haben mit einem täglichen Käffchen zur Stärkung der Lehrkraft beigetragen. In diesem Sinne – ein großes Dankeschön – und auch wenn es eine angenehme Unterrichtserfahrung war, wünschen wir uns doch wieder einen geregelten Schulbetrieb nach den Sommerferien und das Corona hoffentlich bald Historie ist.

Christian Rohrbach